Robben

Im Moment wird am Marine Science Center mit neun Seehunden, zwei Seelöwen und einem Seebären gearbeitet. Während die Seehunde und der Seebär bereits "alte Versuchshasen" sind und in mannigfaltigen Experimenten ihre Leistung erbracht haben, sind die Seelöwen neue Mitglieder der Arbeitsgruppe. Mit den Seehunden und dem Seebären/den Seelöwen befinden sich nun Repräsentanten sowohl der Hundsrobben als auch der Ohrenrobben am Marine Science Center. Dies ermöglicht vielfältige Möglichkeiten zum sehr reizvollen Vergleich innerhalb der beiden Robbenfamilien. Unterschiede in den sensorischen und kognitiven Fähigkeiten sind zu vermuten, da die Familien sich in ihrer Morphologie, ihrer Anpassung an den aquatischen Lebensraum, ihrem Grad der Landverbundenheit, ihren Verhaltensweisen und ihrer Ökologie sowie in ihrer evolutionären Geschichte unterscheiden.

Alle Robben des Marine Science Centers sind Männchen, die in verschiedenen Zoos geboren wurden. Bewusst wird nur mit einem Geschlecht gearbeitet, um zu vermeiden, dass Jungtiere geboren werden, die in den meisten Fällen abgegeben werden müssten. Hierdurch wird auch vermieden, dass aufgrund des Fortpflanzungs"geschäfts" die Versuche in den Sommermonaten möglicherweise komplett brach liegen würden. Letztlich entspricht diese Haltung, im Gegensatz zu der klassischen Haremshaltung, aber auch eher dem natürlichen Sozialverhalten des Seehundes, dessen Reproduktionsbiologie auf einem Weibchenwahlsystem beruht.